Das Goldvreneli

Die bekannteste und gleichzeitig unbekannteste Münze der Schweiz

Ausschnitt Münzbild Goldvreneli Vorderseite
Herzlich willkommen

Mit dieser Seite möchten wir Ihnen gerne alle wichtigen Informationen und historischen Hintergründe zum berühmten Schweizer 20 Franken Goldvreneli zur Verfügung stellen.

Wenn Sie Ihre Goldvreneli verkaufen möchten, aber vorher wissen wollen, ob sich unter Ihren Exemplaren eine Seltenheit befindet, dann werden Ihnen folgende Beschreibungen, die wir als Ratgeber verfasst haben, bestimmt dienen. Wenn Sie sich einfach für die spannende Geschichte des Vreneli, dieser einmaligen und symbolträchtigen Schweizer Goldmünze interessieren, sind Sie hier ebenfalls an der richtigen Stelle.

Die hier zur Verfügung gestellten umfangreichen Informationen sind das Ergebnis unserer intensiven Recherchen in der numismatischen Literatur, den Schweizer Bundesarchiven und den Zeitschriften und Zeitungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Der Ratgeber behandelt zusätzlich das 10 Franken- und 100 Franken Vreneli sowie die 20 Franken Helvetia.

20 Franken Goldvreneli
Wir kaufen
CHF 609.—
Wir verkaufen
CHF 674.—
kaufen/Verkaufen →
Preise vom 19.10.2026, 12:50 Uhr

Unverbindliche Preisinformation, ohne Gewähr. Massgebend ist der Kurs bei Geschäftsabschluss. Seltene Jahrgänge können höher liegen.

20 Franken Goldvreneli
1897-1949

10 Franken Goldvreneli
1911-1922

100 Franken Goldvreneli
1925

Moderne
Gedenkprägungen

Stirnlocken-Vreneli
Rarität von 1897

Gondo-Goldvreneli
Rarität von 1897

Fehlprägungen
sind
weitere Raritäten

20 Franken Helvetia
1883-1896

Hintergründe
und Vorgeschichte

Die spannende Geschichte
zur Entstehung

Der Kosename «Vreneli»
Herkunft & Verbindung

Die Goldvreneli
Produktion

Wenn unser Ratgeber sein Ziel erreicht, sollte es Ihnen nicht mehr passieren, dass Sie ein seltenes «Stirnlocken-Vreneli», das einen Wert von über 100’000 Franken hat, nicht erkennen und nur zum Goldpreis verkaufen.

Freundlicher Hinweis: Es könnte durchaus passieren, dass Sie Ihre Goldvreneli letztendlich so spannend, einmalig und charmant finden, dass Sie sich nicht mehr von ihnen trennen möchten. Doch das wäre nicht schlimm, denn wir würden uns auch darüber freuen, Sie im Kreis der Münzsammler willkommen zu heissen.

Das 20 Franken Goldvreneli

20 Franken Goldvreneli: Kennzeichen, Jahrgänge, Auflagen und Wert

20 Franken Goldvreneli 1906, Avers
20 Franken Goldvreneli 1906, Revers

Vorderseite: HELVETIA. Frauenbüste nach links,
das Kleid mit Edelweissen bestickt, im Hintergrund Berge. Unten am rechten Rand die Signatur F. LANDRY, Perlkreis.

Rückseite: 20 FR. Schweizerschild auf Eichenzweigen zwischen Wertangabe,
unten Jahreszahl und Münzzeichen B, Perlkreis.

Nominalwert: 20 Schweizer Franken
Herstellungszeitraum: 1897-1949
Gesamtauflage: 58’634’255 Exemplare
Gestaltung: Fritz-Ulysse Landry
Randschrift 1897-1935: 22 Sterne
Randschrift 1947-1949: *****AD LEGEM ANNI MCMXXXI*

Durchmesser: 21 mm
Dicke: 1,25 mm
Gewicht: 6.45 g
Legierung: 900/1000 Gold und 100/1000 Kupfer
enthaltenes Feingold: 5.80 g
Stempel-Orientierung: Gegenprägung

 

Die goldene Farbe des Vreneli kann von rötlich-gold bis gelblich-gold variieren. Obwohl der Gold-Anteil immer bei 90% liegt (900/1000), unterscheiden sich die Jahrgänge farblich durch die ebenfalls variierende Beimischung von Kupfer (rötlich) oder Silber (gelblich).

Wert nach Jahrgang & Auflagen

20 Franken Goldvreneli — alle Jahrgänge
JahrgangAuflageWert
1897400'000Goldwert
189712Stirnlocken-Vreneli — CHF 100'000–150'000
189729Gondo-Goldvreneli — CHF 100'000–150'000
1898400'000Goldwert
1899300'000Goldwert
1900400'000Goldwert
1901500'000Goldwert
1902600'000Goldwert
1903200'000Goldwert
1904100'000Goldwert + 10 bis 20 CHFselten
1905100'000Goldwert + 10 bis 20 CHFselten
1906100'000Goldwert + 10 bis 20 CHFselten
1907150'000Goldwert
1908355'000Goldwert
1909400'000Goldwert
1910375'000Goldwert
1911350'000Goldwert
1912450'000Goldwert
1913700'000Goldwert
1914700'000Goldwert
1915750'000Goldwert
1916300'000Goldwert
19222'783'678Goldwert
1925400'000Goldwert
192650'000Goldwert + 30 bis 80 CHFselten
19275'015'000Goldwert
19303'371'764Goldwert
1935 B175'000Goldwert
1935 LB20'008'813Goldwert — rückdatierte Nachprägung
19479'200'000Goldwert
194910'000'000Goldwert
Total58'634'2551897–1949

Den aktuellen Goldwert finden Sie weiter oben auf dieser Seite.

Stirnlocken-Vreneli - 1897
20 Franken Stirnlocken-Goldvreneli 1897 B

Auflage: 12 Exemplare

Wert: 100'000 bis 150'000 Schweizer Franken

besondere Merkmale: Stirnlocke (im roten Kreis)
Randschrift auf der Rückseite

Stirnlocken-Vreneli - 1897
1897 - Gondo-Vreneli
20 Franken Gondo-Goldvreneli 1897 B

Auflage: 29 Exemplare

Wert: 100'000 bis 150'000 Schweizer Franken

besondere Merkmale: Kontermarke (im roten Kreis)
hellere und grünliche Goldfarbe

1897 - Gondo-Vreneli

Wie viel ist ein übliches 20 Franken Goldvreneli wert?

Der Wert eines üblichen 20 Franken Goldvreneli (ausgenommen die selteneren Jahrgänge 1904, 1905, 1906 und 1926) wird auf Basis des Tageskurses für Gold festgelegt. Dieser Kurs entwickelt und verändert sich täglich. Möchten Sie ein Goldvreneli verkaufen, dann erhalten Sie den Ankaufspreis, der üblicherweise zirka 5% unter dem Tageskurs liegt. Möchten Sie ein Goldvreneli erwerben, dann bezahlen Sie den Verkaufspreis, der üblicherweise zirka 5% über dem Tageskurs liegt.

20 Franken Goldvreneli
Wir kaufen
CHF 609.—
Wir verkaufen
CHF 674.—
kaufen/Verkaufen →
Preise vom 19.10.2026, 12:50 Uhr

Unverbindliche Preisinformation, ohne Gewähr. Massgebend ist der Kurs bei Geschäftsabschluss. Seltene Jahrgänge können höher liegen.

Rarität: 1897 Stirnlocken-Vreneli

20 Franken 1897 «Stirnlocken-Vreneli»: Kennzeichen, Auflage und Wert

Schweiz, Stirnlocken-Vreneli 1897, Avers
Schweiz, Stirnlocken-Vreneli 1897, Revers

Vorderseite: HELVETIA. Frauenbüste nach links mit Stirnlocke,
das Kleid mit Edelweissen bestickt, im Hintergrund Berge. Unten am rechten Rand die Signatur F. LANDRY, Perlkreis.

Rückseite: 20 FR. Schweizerschild auf Eichenzweigen zwischen Wertangabe,
unten Jahreszahl und Münzzeichen B, Perlkreis.

Nominalwert: 20 Schweizer Franken
Prägejahr: 1897
Gesamtauflage: 12 Exemplare
Gestaltung: Fritz-Ulysse Landry
Randschrift: DOMINUS*** PROVIDEBIT**********

Durchmesser: 21 mm
Dicke: 1,25 mm
Gewicht: 6.45 g
Legierung: 900/1000 Gold und 100/1000 Kupfer
enthaltenes Feingold: 5.80 g
Stempel-Orientierung: Gegenprägung

Das «Stirnlocken-Vreneli» ist eine äusserst seltene Probeprägung des 20 Franken Goldvreneli von 1897 und eine numismatische Seltenheit.
Es wurden davon nur 12 Exemplare geprägt. Von den übrigen 20 Franken Vreneli des Jahrgangs 1897 unterscheidet es sich durch zwei Merkmale: Die Stirnlocke und die Randschrift.

Die Stirnlocke der Helvetia auf der Vorderseite
Auf diesen Probeprägungen trägt die Helvetia eine zusätzliche Stirnlocke, die auf den regulären Prägungen nicht mehr dargestellt wird. Die spannende Geschichte zur Haarlocke und warum sie auf den anderen 400’000 Exemplaren des Jahres 1897 nicht mehr zu finden ist, erfahren Sie hier.

Die Randschrift
Anstelle von 22 Sternen trägt das 20 Franken «Stirnlocken-Vreneli» die Randschrift DOMINUS*** PROVIDEBIT **********

Wie viel ist ein «Stirnlocken-Vreneli» wert?​

Mit einer limitierten Auflage von nur 12 Exemplaren und seiner grossen historischen Bedeutung für die Geschichte der Schweizer Währung ist das «Stirnlocken-Vreneli» eine der meistgesuchten Goldmünzen der Schweiz. Im heutigen Markt könnte ein Exemplar in einer unserer Auktionen zwischen 100’000 und 150’000 Schweizer Franken erzielen.

Wenn Sie im Besitz einer solchen Rarität und an einem Verkauf interessiert sind,
würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Rarität: 1897
Gondo-Goldvreneli

20 Franken 1897 «Gondo-Goldvreneli»: Kennzeichen, Auflage und Wert

Schweiz, 20 Franken 1897 Gondo-Gold, Avers
Schweiz, 20 Franken 1897 Gondo-Gold, Revers mit Kontermarke

Vorderseite: HELVETIA. Frauenbüste nach links,
das Kleid mit Edelweissen bestickt, im Hintergrund Berge. Unten am rechten Rand die Signatur F. LANDRY, Perlkreis.

Rückseite: 20 FR. Schweizerschild auf Eichenzweigen zwischen Wertangabe, unten Jahreszahl und Münzzeichen B, Perlkreis.
Im Zentrum des Kreuzes eine kreuzförmige Kontermarke.

Nominalwert: 20 Schweizer Franken
Prägejahr: 1897
Gesamtauflage: 29 Exemplare
Gestaltung: Fritz-Ulysse Landry
Randschrift: 22 Sterne

Durchmesser: 21 mm
Dicke: 1,25 mm
Gewicht: 6.45 g
Legierung: 900/1000 Gold und 100/1000 Kupfer
enthaltenes Feingold: 5.80 g
Stempel-Orientierung: Gegenprägung

Das sogenannte «Gondo-Goldvreneli» ist eine äusserst seltene Material-Probeprägung des 20 Franken Goldvreneli 1897, von der nur 29 Exemplare produziert wurden. Es wurde in Schweizer Gold geprägt, das aus der Walliser Goldmine bei Gondo am Simplonpass stammt.

Von den übrigen 20 Franken Vreneli des Jahrgangs 1897 unterscheidet es sich durch zwei Merkmale:
Die kreuzförmige Kontermarke auf der Rückseite und seine helle, grünliche Farbe.

Die kreuzförmige Kontermarke auf der Rückseite
Das «Gondo-Goldvreneli» hat eine kreuzförmige Kontermarke, die im Zentrum des Kreuzes auf der Rückseite eingeschlagen wurde. Dieses Kennzeichen findet man auf keinem anderen Goldvreneli.

Hellere Goldfarbe
Das «Gondo-Goldvreneli» hat eine hellere und grünliche Goldfarbe, die aufgrund einer anderen Legierung entstand. Es enthält 92.4% Gondo-Gold, 4.7% Silber und 2.9% Kupfer. Die Verwendung von Silber ist der Grund für die hellere Farbe.

Gondo, Dorf
Passstrasse Gondoschlucht am Simplon
Gondoschlucht

Wie viel ist ein «Gondo-Goldvreneli» wert?

Mit einer limitierten Auflage von nur 29 Exemplaren ist das «Gondo-Goldvreneli» eine der meistgesuchten Goldmünzen der Schweiz und eine numismatische Seltenheit. Im heutigen Markt könnte ein Exemplar in einer unserer Auktionen zwischen 100’000 und 150’000 Schweizer Franken erzielen.

Wenn Sie im Besitz einer solchen Rarität und an einem Verkauf interessiert sind,
würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Raritäten: fehlgeprägte Goldvreneli

20 Franken Goldvreneli Fehlprägungen: Kennzeichen und Wert

Als numismatische Seltenheiten gelten ebenfalls Goldvreneli, die Herstellungsfehler haben. Fehlprägungen sind jedoch äusserst selten, denn der Münzherstellungsprozess wurde streng kontrolliert und die Qualitätskontrolle war sehr genau. Deshalb konnte kaum eine Fehlprägung, insbesondere eine grobe Fehlprägung, durch die Kontrollen rutschen. Trotzdem gibt es sie – zur Freude heutiger Münzsammler. Gerne stellen wir Ihnen die verschiedenen Arten der Fehlprägungen vor, die bei den Goldvreneli vorkommen können:

Schweiz, 20 Franken Goldvreneli, Avers
Schweiz, 20 Franken 1906, verdrehte Prägung, Rückseite

Verdrehte Prägung:

Die regulären Prägungen des Vreneli wurden immer mit einer Gegenprägung hergestellt: Wenn das Goldstück vertikal um die eigene Achse gedreht wird, steht die Prägung der Rückseite immer auf dem Kopf. Ist das nicht der Fall, handelt es sich um eine sogenannte verdrehte Prägung.

Wie viel ist ein verdreht geprägtes 20 Franken Goldvreneli wert?
Der Wert eines verdreht geprägten Goldvreneli hängt vom Grad der Verdrehung ab. Je grösser der Grad der Verdrehung, umso seltener und wertvoller ist ein solches Exemplar.

Im heutigen Markt könnte ein grob verdrehtes Goldvreneli in einer unserer Auktionen über 1’000 Schweizer Franken erzielen, was dem dreifachen Wert des aktuellen Gold-Tagespreises entspricht.

Inkuse Zweifachprägung:

Bei diesem Prägefehler trägt die Vorder- und Rückseite dasselbe Prägebild, doch eines davon ist inkus, was bedeutet, dass das Motiv in vertieftem Negativ erscheint.

Wie viel ist eine inkuse Zweifachprägung eines 20 Franken Goldvreneli wert?
Ein solcher Prägefehler ist äusserst selten und nur von wenigen Exemplaren bekannt.

Im heutigen Markt könnte ein Goldvreneli mit inkuser Zweifachprägung in einer unserer Auktionen einen Zuschlagspreis zwischen 10’000 und 15’000 Schweizer Franken erzielen.

Schweiz, 20 Franken Goldvreneli, Avers
20 Franken Goldvreneli, inkuses Prägebild
Schweiz, Goldvreneli mit gut sichtbarer Fremdkörperprägung, Avers
Schweiz, 20 Franken Goldvreneli 1906, Revers

Fremdkörper-Prägung:

Grund für solche Prägefehler sind Fremdkörper, die sich auf dem Schrötling befinden und beim Prägevorgang ihre Spuren hinterlassen. Oft handelt es sich dabei um Holzsplitter der Holzkisten, in denen die Schrötlinge, die ungeprägten Metallrondellen, gelagert wurden.

Wie viel ist ein 20 Franken Goldvreneli mit einer Fremdkörper-Prägung wert?
Der Wert eines Goldvreneli mit Fremdkörper-Prägung hängt vom Umfang des Fehlers ab. Je deutlicher die Spuren, umso seltener und wertvoller ist das Exemplar.

Im heutigen Markt könnte ein Goldvreneli mit Fremdkörper-Prägung in einer unserer Auktionen einen Zuschlagspreis zwischen 500 und 1’000 Schweizer Franken erzielen, was mindestens dem doppelten Wert des aktuellen Gold-Tagespreises entspricht.

Weitere Prägefehler:
Es gibt weitere Arten von Fehlprägungen wie etwa Stempel- oder Schrötlingsfehler, Gas-Einschlüsse und Stempelbrüche.

Wenn Sie im Besitz eines fehlgeprägten Goldvreneli sind oder gerne wissen möchten, ob ein aussergewöhnlich aussehendes Goldvreneli eine Fehlprägung ist, dann zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren. Gerne bieten wir Ihnen unser numismatisches Know-how in Form einer kostenlosen Beratung an.

Das 10 Franken Goldvreneli

10 Franken Goldvreneli: Kennzeichen, Jahrgänge, Auflagen und Wert

Schweiz, 10 Franken 1911, Avers
Schweiz, 10 Franken 1911, Revers

Vorderseite: HELVETIA. Frauenbüste nach links,
das Kleid mit Edelweissen bestickt, im Hintergrund Berge. Unten am linken Rand die Signatur F. LANDRY, Perlkreis.

Rückseite: 10 FR. und Jahrzahl in zwei Zeilen waagrecht in der Mitte. Darüber das Schweizerkreuz mit Strahlenkranz, unten, der Rundung angepasst, zwei einander umschlingende Alpenrosen und Enzianblütenzweige. Unten am Rand das Münzzeichen B, Perlkreis.

Nominalwert: 10 Schweizer Franken
Herstellungszeitraum: 1911-1922
Gesamtauflage: 2’650’056 Exemplare
Gestaltung: Fritz-Ulysse Landry
Rand: gerippter Rand

Durchmesser: 19 mm
Dicke: 0,90 mm
Gewicht: 3.226 g
Legierung: 900/1000 Gold und 100/1000 Kupfer
enthaltenes Feingold: 2.90 g
Stempel-Orientierung: Gegenprägung

Die goldene Farbe des Vreneli kann von rötlich-gold bis gelblich-gold variieren. Obwohl der Gold-Anteil immer bei 90% liegt (900/1000), unterscheiden sich die Jahrgänge farblich durch die ebenfalls variierende Beimischung von Kupfer (rötlich) oder Silber (gelblich).

Wert nach Jahrgang & Auflagen

Das 10 Franken Goldvreneli wurde 1911 zum ersten Mal geprägt und 1922 zum letzten Mal. Produziert wurde dieses halbe Goldvreneli von der Eidgenössischen Münzstätte in Bern und galt als gebräuchliches Zahlungsmittel. Insgesamt wurden 2’650’056 Exemplare geprägt.

10 Franken Goldvreneli — alle Jahrgänge
JahrgangAuflageWert
1911100'0002- bis 3-facher Goldwertselten
1912200'000Goldwert
1913600'000Goldwert
1914200'000Goldwert
1915400'000Goldwert
1916130'000Goldwert
19221'020'000Goldwert
Total2'650'0561911–1922

Ein gut erhaltenes Exemplar des Jahrgangs 1911 erzielt in unseren Auktionen zwischen CHF 400 und CHF 500. Den aktuellen Goldwert finden Sie weiter oben auf dieser Seite.

Wie viel ist ein 10 Franken Goldvreneli wert?

Der Wert eines üblichen 10 Franken Goldvreneli (ausgenommen Jahrgang 1911) wird auf Basis des Tageskurses für Gold festgelegt. Dieser Kurs entwickelt und verändert sich täglich. Möchten Sie ein 10 Franken Goldvreneli verkaufen, dann erhalten Sie den Ankaufspreis, der üblicherweise dem Tageskurs entspricht.

Weil die 10 Franken Goldvreneli seltener und deshalb begehrter sind, ist es beim Kauf etwas anders. Beim Erwerb eines 10 Franken Goldvreneli bezahlen Sie den Verkaufspreis, der üblicherweise zirka 40 bis 50% über dem Tageskurs liegt.

10 Franken Goldvreneli
Wir kaufen
CHF 306.—
Wir verkaufen
CHF 409.—
kaufen/Verkaufen →
Preise vom 19.10.2026, 12:50 Uhr

Unverbindliche Preisinformation, ohne Gewähr. Massgebend ist der Kurs bei Geschäftsabschluss. Seltene Jahrgänge können höher liegen.

10 Franken Goldvreneli Jahrgang 1911

Nur die 10 Franken Vreneli mit Jahrgang 1911 haben einen numismatischen Sammlerwert. Ein gut erhaltenes Exemplar dieses Jahrgangs kann in einer unserer Auktionen einen Zuschlagspreis von 400 bis 500 Schweizer Franken erzielen, was einem Wert des dreifachen Gold-Tagespreises entspricht, welches ein 10 Franken Exemplar der Jahrgänge 1912 bis 1922 normalerweise hat.

Wenn Sie im Besitz einer solchen Rarität und an einem Verkauf interessiert sind,
würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Das 100 Franken Goldvreneli 1925

100 Franken Goldvreneli 1925: Kennzeichen, Auflage und Wert

Schweiz, 100 Franken 1925, Avers
Schweiz, 100 Franken 1925, Revers

Vorderseite: HELVETIA. Frauenbüste nach links,
das Kleid mit Edelweissen bestickt, im Hintergrund Berge. Unten am linken Rand die Signatur F. LANDRY, Perlkreis.

Rückseite: 100 FR. Jahrzahl in zwei Zeilen waagrecht in der Mitte. Darüber das Schweizerkreuz mit Strahlenkranz, unten, der Rundung angepasst, zwei einander umschlingende Alpenrosen- und Enzianblütenzweige. Unten am Rand das Münzzeichen B, Perlkreis.

Nominalwert: 100 Schweizer Franken
Prägejahr: 1925
Gesamtauflage: 5’000 Exemplare
Gestaltung: Fritz-Ulysse Landry
Randschrift: DOMINUS***PROVIDEBIT**********

Durchmesser: 35 mm
Dicke: 2,2 mm
Gewicht: 32.258 g
Legierung: 900/1000 Gold und 100/1000 Kupfer
enthaltenes Feingold: 29.00 g
Stempel-Orientierung: Gegenprägung

1925 wurde das 100 Franken Goldvreneli in einer limitierten Auflage von 5’000 Exemplaren geprägt. Es ist die grösste und schwerste Goldmünze der Schweizer Eidgenossenschaft. Diese Goldmünze sollte nicht als Zahlungsmittel, also als Kurantmünze, dienen. Vielmehr sah der Bundesrat im 100 Franken Goldvreneli eine Art Sonderprägung, die von der Schweizer Eidgenossenschaft als Ehrengabe und diplomatisches Geschenk überreicht wurde.

Das 100 Franken Goldvreneli ist in seiner Erscheinung das vergrösserte Ebenbild des 10 Franken Goldvreneli.

Wie viel ist ein 100 Franken Goldvreneli 1925 wert?

Wegen der limitierten Auflage von nur 5’000 Exemplaren, dem hohen künstlerischen Wert und der Tatsache, dass es sich um die grösste  Goldmünze der Schweizer Eidgenossenschaft handelt, sind die 100 Franken Goldvreneli 1925 weltweit sehr gesucht und beliebt. Im aktuellen Markt erzielt ein solches Exemplar in einer unserer Auktionen zweifelsohne eine Preis zwischen 10’000 und 20’000 Schweizer Franken.

Wenn Sie im Besitz einer solchen Rarität und an einem Verkauf interessiert sind,
würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Moderne
Gedenkprägungen

50 Franken Goldvreneli 2022: Kennzeichen, Auflage und Wert

Schweiz, 50 Franken Jubiläumsausgabe 2022, Avers
Schweiz, 50 Franken Jubiläumsausgabe 2022, Revers

Der Künstler und Graveur Remo Mascherini wurde von Swissmint beauftragt,
eine Jubiläumsausgabe des 10 Franken Vreneli zu gestalten.

Die Bildseite zeigt in Anlehnung an die letzte ausgeführte Prägung im Jahr 1922 die Zahl 100, wobei beide Nullen übereinandergelegt dargestellt sind. Im Inneren der zweiten Null ist ein vergrösserter Ausschnitt der nach links schauenden Frauenbüste des Originalvreneli zu sehen. Am unteren Münzrand stehen, getrennt durch einen senkrechten Strich, die Jahreszahlen 1911 und 1922 für die Zeitspanne, während der die 10 Franken Goldvreneli herausgegeben wurden. Die Wertseite der ursprünglichen Prägung wurde mit zwei kleinen Anpassungen übernommen. Neu beträgt der Nominalwert 50 Franken und das Prägejahr ist 2022.

Das 10 Franken Vreneli, die kleine Schwester des legendären 20 Franken Goldvreneli, wurde zwischen 1911 und 1922 in der Münzstätte der Schweiz in Bern hergestellt. Im Jahr 1922 wurden die letzten 10 Franken Vreneli ausgegeben. Seither sind hundert Jahre vergangen. Anlass genug, um 2022 eine Gedenkprägung in Auftrag zu geben. Der Künstler Remo Mascherini aus Flamatt vermochte mit seinem Entwurf zu überzeugen. Die 50-Franken-Goldmünze, «100 Jahre letzte Prägung 10 Franken Vreneli», wurde am 11. Mai 2022 in limitierter Auflage von 5’000 Exemplaren und in der Qualität Polierte Platte (PP) zum Verkauf angeboten.

Wenn Sie ein Exemplar kaufen oder verkaufen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

100 Franken Goldvreneli 2025: Kennzeichen, Auflage und Wert

Schweiz, 100 Franken, Jubiläumsausgabe 2025, Revers
Schweiz, 100 Franken, Jubiläumsausgabe 2025, Avers

Die Künstlerin und Münzgestalterin Chiara Principe wurde von Swissmint beauftragt,
eine Jubiläumsausgabe des 100 Franken Vreneli zu gestalten.

Im Gegensatz zum historischen Vreneli präsentiert sich das Bildnis der Helvetia nicht im Profil, sondern frontal. Ihr Stolz auf eine traditionsreiche Vergangenheit – verdeutlicht durch die erhabenen Elemente – und ihr entschlossener Blick in die Zukunft – dargestellt durch die offenen Flächen – vereinen sich zu einem Design, das Geschichte und Vision harmonisch verbindet. Dabei interpretiert die Münze die Gestaltungselemente des historischen Vreneli mit sichtbarem Respekt vor der Tradition neu.

Das 100 Franken Vreneli, welches 1925 in einer limitierten Auflage von nur 5’000 Exemplaren geprägt wurde, feierte 2025 sein 100-jähriges Jubiläum. Am 1. Juli 2025 wurde die Jubiläumsausgabe in einer limitierten Auflage von 2’500 Exemplaren in der Qualität Polierte Platte (PP) ausgegeben.

Wenn Sie ein Exemplar kaufen oder verkaufen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Die Vorgängerin des Goldvreneli

20 Franken goldene «Helvetia»: Kennzeichen, Auflage und Wert

Schweiz, 20 Franken Helvetia 1893, Avers
Schweiz, 20 Franken Helvetia 1893, Revers

Vorderseite: CONFOEDERATIO HELVETICA. Klassischer Frauenkopf (Libertas) nach links, mit offenem, durch Alpenrosen und Diadem zusammengehaltenem Haar. Diadem mit Aufschrift ‘LIBERTAS’. Parallel zum Rand ist links zum Kopf CONFOEDERATIO,
rechts davon HELVETICA angebracht.

Rückseite: Ungleichschenkliges Schweizerkreuz in oben leicht ausladendem Schilde, darüber fünfzackiger Stern.
Links vom Schild 20, rechts davon FR, unten Jahrzahl. Das Ganze in einem Kranz.

Nominalwert: 20 Schweizer Franken
Herstellungszeitraum: 1883-1896
Gesamtauflage: 1’750’000 Exemplare
Gestaltung Vorderseite: Albert Walch
Gestaltung Rückseite: Christian Bühler
Randschrift 1883: gerippter Rand
Randschrift 1886-1896: DOMINUS***PROVIDEBIT**********

Durchmesser: 21 mm
Dicke: 1,25 mm
Gewicht: 6.45 g
Legierung: 900/1000 Gold und 100/1000 Kupfer
enthaltenes Feingold: 5.80 g
Stempel-Orientierung: Gegenprägung

Wert nach Jahrgang & Auflagen

20 Franken Helvetia — alle Jahrgänge
JahrgangAuflageWert
1883250'000Goldwert
1886250'000Goldwert
1887176CHF 100'000 – 150'000selten
18884'224CHF 5'000 – 10'000selten
1889100'000Goldwert
1890125'000Goldwert
1891100'000Goldwert
1892100'000Goldwert
1893100'000Goldwert
1894120'600Goldwert
1895200'000Goldwert
1896400'000Goldwert
Total1'750'0001883–1896

Massgebend für den Wert ist die Erhaltung. Den aktuellen Goldwert finden Sie weiter oben auf dieser Seite.

Wie viel ist eine übliche 20 Franken «Helvetia» Goldmünze wert?

Ausgenommen bei den Exemplaren der selteneren Jahrgänge 1887 und 1888 wird der Wert einer üblichen 20 Franken «Helvetia» auf Basis des Tageskurses für Gold festgelegt. Dieser Kurs entwickelt und verändert sich täglich.

Möchten Sie eine 20 Franken «Helvetia» verkaufen, dann erhalten Sie den Ankaufspreis, der üblicherweise zirka 5% unter dem Tageskurs liegt. Möchten Sie eine 20 Franken «Helvetia» erwerben, dann bezahlen Sie den Verkaufspreis, der üblicherweise zirka 5% über dem Tageskurs liegt.

Falls Sie im Besitz einer 20 Franken «Helvetia» des Jahrgangs 1887 oder 1888 sind und diese verkaufen möchten, können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren.

20 Franken Goldvreneli
Wir kaufen
CHF 609.—
Wir verkaufen
CHF 674.—
kaufen/Verkaufen →
Preise vom 19.10.2026, 12:50 Uhr

Unverbindliche Preisinformation, ohne Gewähr. Massgebend ist der Kurs bei Geschäftsabschluss. Seltene Jahrgänge können höher liegen.

Die Geschichte des Goldvreneli

Prägebild Goldvreneli Avers, schwarz-weiss
Recherchen & Texte
Dr. Jonas Emmanuel Flueck
Das Goldvreneli – bekannt und trotzdem überraschend

Es ist kaum übertrieben zu sagen, dass jeder Schweizer und jede Schweizerin, ob jung oder alt, weiss, was ein Goldvreneli ist und dass beinahe in jedem Schweizer Haushalt mindestens ein Exemplar dieser Goldmünze zu finden ist. In dieser Münze stecken viele unerwartete Geschichten und besondere Merkmale, die dem Laien unbekannt sind und diese Münze besonders spannend machen.

Weltweit ist das Goldvreneli eine der wenigen alten Münzen, die in der modernen Gesellschaft beliebt geblieben ist. Ihr lieblicher Kosename Vreneli, der heute noch verwendet wird wie schon vor 100 Jahren, unterstreicht diese einmalige Beziehung zusätzlich. Vielleicht erklärt sich dieses besondere Verhältnis im Unbewussten auch dadurch, dass das Goldvreneli in der Schweiz über Generationen mit Wohlwollen als Götti-Geschenk zur Taufe und als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk braven Kindern überreicht wurde. Denn ganz anders zeigt sich die Beziehung in Ländern, wo Goldmünzen als Notgroschen in Kriegs- und Krisenzeiten dienen mussten. In Zeiten also, die man heute lieber hinter sich lassen und vergessen möchte.

Das Goldvreneli: heute Anlagemünze, damals gebräuchliches Zahlungsmittel

Das Goldvreneli wurde 1897 zum ersten Mal geprägt und 1949 zum letzten Mal. Sein Nominalwert entsprach 20 Schweizer Franken. Bis zum Zeitpunkt, als die ersten 20 Franken-Noten (ab 1911) und 5 Franken-Noten (ab 1913) in Umlauf gebracht wurden, galten die Vreneli als gebräuchliches Zahlungsmittel. Produziert wurden die Goldmünzen von der Eidgenössischen Münzstätte in Bern.

Das Münzbild der Vorder- und Rückseite gestaltete der Neuenburger Medailleur und Bildhauer Prof. Fritz-Ulysse Landry (1842-1927). Es zeigt auf der Vorderseite eine Frauenbüste nach links (die allegorische Figur der Helvetia) vor einer Bergkulisse und auf der Rückseite das Schweizer Wappenschild auf Eichenzweigen.

Mit einem Durchmesser von 21 mm und einer Dicke von 1,25 mm hat das Goldvreneli ein Bruttogewicht von 6.45 g. Die verwendete Gold-Legierung enthält 90% Feingold und 10% Kupfer, was einem Gehalt von 5.8 g. Feingold entspricht. Die Prägungen der Jahrgänge 1897 bis 1935 tragen in der Randschrift 22 Sterne, stellvertretend für die 22 Schweizer Kantone. Diejenigen der Jahrgänge 1947 bis 1949 zeigen fünf Sterne gefolgt von der lateinischen Legende AD LEGEM ANNI MCMXXXI und einem weiteren Stern, was nach dem Gesetz von 1931 bedeutet. 

Schweiz, 20 Franken Goldvreneli, Avers
Gegenseitige Prägung
das Prägebild der Rückseite steht Kopf

Die Stempel-Orientierung der Prägung ist sogenannt gegenseitig. Das heisst, dass bei einer Drehung um die eigene, vertikale Achse die Rückseite immer auf dem Kopf steht. Wenn das nicht der Fall ist, handelt es sich um eine Fehlprägung.

Arbeiter an einer Münz-Prägemaschine
Eine tonnenschwere Millionenproduktion

Das Goldvreneli wurde während 53 Jahren geprägt, jedoch mit starken Abweichungen in den jährlichen Auflagen. Wirtschaftliche und politische Gründe führten dazu, dass die Produktion auch mehrmals unterbrochen wurde. Insgesamt wurden zwischen 1897 und 1949 58’634’255 Goldvreneli geprägt, was einem gigantischen Gewicht von 340 Tonnen Feingold entspricht.

Würden wir dieses Gewicht zum aktuellen Tageskurs (08/2025) von 115’652 Franken pro Kilo Feingold umrechnen, würde die gesamte Goldvreneli-Produktion einen Wert von 39 Milliarden und 322 Millionen Schweizer Franken haben.

Und würden wir alle Goldvreneli, die je produziert wurden, aufeinanderlegen, würde ein Stapel von unvorstellbaren 73 Kilometern Höhe entstehen.

Als die Schweiz keine eigenen Goldmünzen hatte – 1848-1882

Obwohl die Schweiz heute mit einem Anteil von 15% des Weltmarktes als grösster Goldhändler der Welt gilt, prägte der 1848 gegründete Bundesstaat erst 1883, nach langen 35 Jahren, seine ersten eigenen Goldmünzen. Im Schweizerischen Münzgesetz vom 7. Mai 1850 etwa, wurde die Prägung von Goldmünzen nicht berücksichtigt und somit starten die Bundesprägungen 1850 nur in Silber (½, 1, 2 und 5 Franken), in Billon (20 und 10 Rappen) und in Bronze (2 und 1 Rappen).

Trotzdem war Gold vor 1883 ein wichtiger Teil des Schweizer Münzumlaufs, vor allem im Viehhandel.

Kaum bekannt ist heute, dass ausländische Münzen verwendet wurden, allen voran der «Napoleon», in Mundart «Näpu» oder «Näpi» genannt, die bekannte französische 20 Francs Goldmünze. Die ausländischen Münzen wurden sogar per Bundesgesetz (31. Januar 1860) als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Ab 1866 (1. August 1866) und mit der Inkraftsetzung der Lateinischen Münzunion kamen belgische und italienische Münzen hinzu. Dank diesen Quellen von Goldmünzen war der Bedarf gedeckt und deshalb die Herstellung eigener Schweizer Goldmünzen für die Eidgenossenschaft verzichtbar.

Frankreich, 20 Francs 1852 A, Gold, Avers
Der beliebte «Napoleon» oder «Näpu»
Frankreich, 20 Francs 1852 A, Gold, Revers
«Napoleon» Rückseite
Die Entstehung des Goldvreneli
Schweiz, 20 Franken Probe Durussel 1871, Avers
Münzbild von Edouard Durussel
Schweiz, 20 Franken Probe Durussel 1871, Revers
Rückseite
Recherchen & Texte
Dr. Jonas Emmanuel Flueck
Erster Akt

Vier fehlgeschlagene Versuche

Wie wir bereits erläutert haben, war seit der Gründung des Bundesstaates 1848 der Bedarf an Goldmünzen in der Schweiz von anerkannten ausländischen (französischen, belgischen und italienischen) Goldmünzen der Lateinischen Münzunion abgedeckt. Diese gängige Lösung hatte für die Schweiz zwar viele Vorteile, machte den Bundesstaat jedoch von der ausländischen Politik sehr abhängig. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 offenbarte die Gefahr dieser Abhängigkeit unmittelbar und deutlich.

Der Krieg führte dazu, dass die Goldmünzen der Lateinischen Münzunion ausserhalb der Schweiz als Notgroschen in grossen Mengen gehortet wurden. Sehr schnell entstand dadurch ein Mangel an Goldmünzen, was die Schweizer Wirtschaft stark bremste und ihr schadete.

Nun musste sich der Bundesstaat dringend um die Herstellung eigener Goldmünzen kümmern. Doch neue Münzen herzustellen ist ein schwieriger und meist langwieriger Prozess, der Geduld erfordert.

Unter Druck entstand deshalb die Idee für eine einfache Notlösung. Die Stempel des 20 Rappen-Stücks sollten angepasst werden, indem auf der Stempel-Rückseite die Buchstaben FR für Franken hinzugefügt wurden. Doch nach dem Prägen einiger Probeexemplare erkannte man rasch, dass solche Goldmünzen nicht fälschungssicher sein würden und das Projekt wurde unverzüglich eingestellt.

Drei weitere Versuche folgten bis 1873. Doch die sogenannten Durussel-, 3-Punkte- und 2 Punkte-Proben vermochten auch nicht zu überzeugen.

Dann, noch bevor sich die Schweizer Behörden auf ein Münzbild einigen konnten, wurde in Frankfurt 1873 Frieden zwischen Frankreich und Deutschland geschlossen. Mit dem Frieden kamen die gehorteten Goldmünzen der Lateinischen Münzunion wieder in Umlauf. Somit war die umstrittene Frage nach einer eigenen Goldmünze wieder vom Tisch. Es verstrichen weitere zehn Jahre mit Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern, bevor die erste Schweizer Goldmünze, die 20 Franken «Helvetia», in 1883 geprägt werden konnte.

Eine erste banale und zugleich unbeliebte Prägung: Albert Walchs Helvetia

1883 wurde schliesslich die erste eigene, schweizerische Goldmünze, die 20 Franken «Helvetia», geprägt. Ohne zuvor einen Wettbewerb auszuschreiben, wurde das Münzbild der Vorderseite anhand alter Entwürfe des bereits verstorbenen Künstlers Albert Walch (1816-1882) graviert. Obwohl Walch heute nahezu unbekannt ist, begegnen wir seinen Werken täglich ohne es zu wissen. Er kreierte die Münzbilder unserer 20, 10 und 5 Rappenstücke, die immer noch im Umlauf sind.

Bereits wenige Jahre nach den ersten Prägungen der «Helvetia» wünschten sich das Volk und die Behörden aber eine Goldmünze, deren Bild die Schweizer Eidgenossenschaft ansprechender und zutreffender verkörpern sollte.

Zur 20 Franken «Helvetia» wurden zwei hauptsächliche Kritikpunkte laut:

  • in den Augen der Bevölkerung war die Frauenfigur von Walch zu altmodisch und zu gewöhnlich
  • zudem trug sie, aus Sicht der Vertreter der jungen Eidgenossenschaft, eine zwar versteckte aber unpassende politische Botschaft

Libertas ist gut, Helvetia wäre besser

Die Bevölkerung kritisierte das Frauenbild der Vorderseite. Denn hier handelt es sich nicht um die Darstellung der Helvetia, wie wir diesen Münztyp heute und irrtümlicherweise nennen, sondern um die allegorische antike Figur der LIBERTAS, der Freiheit. So wurde der Vorwurf laut, dass ohne die Legende CONFOEDERATIO HELVETICA dieses Münzbild kaum eine Verbindung zur Schweiz zeige, sondern für jedes beliebige Land stehen könne. Es fehle ihr gar jedes Zeichen von Swissness.

Schweiz, 20 Franken Helvetia 1893, Avers
Münzbild von Albert Walch
Schweiz, 20 Franken Helvetia 1893, Revers
Rückseite

Die Schweiz dreht sich nicht nur um Bern​

Für die Vertreter der jungen Eidgenossenschaft trug die Goldmünze eine unpassende politische Botschaft. Versteckt und meist unbeachtet, findet sich in der Randschrift der 20 Franken «Helvetia» seit 1886 die Legende DOMINUS PROVIDEBIT, zu Deutsch Gott wird dafür sorgen (Genesis 22, 8). Das Unpassende an dieser Legende war, dass es sich hierbei um das Motto der alten Republik Bern handelte, das vom 17. bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch war. Mit Rücksicht auf den jungen Bundesstaat und das noch empfindliche Gleichgewicht zwischen den Kantonen, erachteten die behördlichen Vertreter deshalb diesen bernischen Leitsatz als eine politisch unpassende Botschaft.

Interessanterweise und trotz aller Kritik steht dieser bernische Leitsatz DOMINUS PROVIDEBIT noch auf dem Fünfliber, dem 5 Franken-Stück, welches heute noch in der Schweiz zirkuliert und geprägt wird. Berns Einfluss wird man (doch) nicht so schnell los!

Die grosse Hoffnung auf eine typisch schweizerische Münze

Die öffentlichen Kritiken müssen derart dringlich gewesen sein, dass die Behörden 1892 wiederholt Diskussionen über ein neues Münzbild aufnahmen. Es war ihnen bewusst, dass ein rascher Wechsel eines Münzbildes auf Kosten des Vertrauens in die Münze gehen und deren Ansehen schaden kann. Eine alte Regel der Münzherstellung besagt nämlich, dass ein Münzbild nur dann verändert werden soll, wenn wichtige Veränderungen anstehen, wie zum Beispiel der Antritt eines neuen Königs, der Wechsel der Staatsform, wie beispielsweise der Übergang vom Kaiserreich in eine Republik, eine neue Legierung, ein weiteres Nominal oder ein anderes Gewicht. Doch hier traf nichts dergleichen zu. Trotzdem gingen sie das Risiko ein.

Die geplante neue Münze sollte in derselben Feinheit und Grösse wie die Vorgängerin, die seit 1883 produzierte «Helvetia», geprägt werden. Weder das Nominal noch die politische Lage der Schweiz hatten sich verändert, doch der Wille der Behörden und des Volks, ein typisch schweizerisches Münzbild zu erschaffen, war derart gross, dass alle dazu bereit waren, einen möglichen Verlust der Glaubwürdigkeit in die Schweizer Währung zu riskieren.

Ab 1895 wurde das Projekt für ein neues Münzbild geführt und getragen vom damals amtierenden Bundesrat und Leiter des Eidgenössischen Finanz- und Zolldepartements Herrn Walter Hauser (1837-1902).

Portrait Bundesrat Walter Hauser, 1837-1902
Herr Bundesrat Walter Hauser, 1837-1902
Portrait Dr. Friedrich Imhoof-Blumer, 1838-1920
Dr. Friedrich Imhoof-Blumer, 1838-1920
Zweiter Akt
Der erste Wettbewerb:
das Münzbild «von einem Schweizerisch nationalen Motiv getragen»

Anfang 1895 wurden die Wettbewerbs-Richtlinien für ein neues 20 und 5 Franken Münzbild festgelegt. Die Anweisungen zum Münzbild der Vorderseite lauteten wie folgt:

«Für die Vorderseite wird nur die allgemeine Wegleitung aufgestellt, dass das Münzbild von einem Schweizerisch nationalen Motiv getragen sei, durch allegorische oder historisch-symbolische Darstellung die Schweiz (die Helvetia) zum allgemein-verständlichen Ausdrucke bringe […] Eine Umschrift in lateinischer Sprache, bzw. auch nur das einfache Wort «HELVETIA» soll den schweizerischen Ursprung der Münze verdeutlichen».

Die Fachjury

Am 23. April 1895 wurde in einer Sitzung des Schweizerischen Bundesrates eine Jury von sieben Experten festgelegt. Die gewählten Männer waren Politiker, Unternehmer oder Künstler mit einem Interesse für die Numismatik.

Als Jury-Vorsitzender ernannte man Herrn Arnold Robert-Tissot (1846-1925), Ständerat aus La Chaux-de-Fonds. Nebst seiner politischen Karriere war er als Numismatiker und Münzsammler tätig und hatte damals bereits mehrere Artikel zu Münzen & Medaillen in Fachzeitschriften publiziert.

Die weiteren Mitglieder der Fachjury waren:

Herr Christian Bühler (1825-1898), Kunstmaler und Heraldiker aus Bern.
Herr Franz Friedrich Homberg (1851-1922), Graveur-Medailleur aus Bern.
Herr Dr. Friedrich Imhoof-Blumer (1838-1920), Numismatiker aus Winterthur.
Herr Dr. François-Auguste Ladé (1841-1908),Vize-Präsident der Schweizerischen Numismatischen Gesellschaft aus Genf und seit 1892 mit der Firma Paul Stroehlin et Cie als assoziierter Berufsnumismatiker tätig.
Herr Léo-Paul Robert (1851-1923), Kunstmaler und Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission aus Biel.
Herr Karl Emil Wild-Gsell (1856-1923), Architekt und Nationalrat aus St. Gallen.

Zum Sekretär und Protokollführer wurde Herr Heinrich Imboden, Adjunkt und Übersetzer des eidgenössischen Finanzbüros, ernannt.

Ein Wettbewerb, der wenig Interesse weckte

Im Februar 1895 wurde eine Einladung zur Wettbewerbs-Teilnahme an 38 von den Behörden ausgewählten Künstlern aus der Schweiz und dem Ausland verschickt. Die Briefwechsel aus dieser Zeit sowie die Rückmeldungen der Künstler erwecken den Eindruck, dass das Interesse am Wettbewerb nicht besonders gross war. Möglicherweise war den Künstlern der «Leidensweg» der Schweizer Goldmünzen und die zahlreichen fehlgeschlagenen Versuche bereits zu Ohren gekommen.

Von den insgesamt 38 Einladungen kündigten 25 Bewerber ihre Teilnahme an, 4 davon meldeten sich nachträglich wieder ab, 6 verzichteten auf eine Teilnahme, darunter der bekannte Medailleur Hugues Bovy, und 7 blieben eine Antwort sogar schuldig.

Die meisten Projekte: mangelhaft, ungeeignet oder technisch nicht ausführbar​

Die Sitzung der Jury fand am 14. und 15. Mai 1895 in Bern statt. Im Konferenzsaal des Bundeshauses Ostbau wurden insgesamt 21 eingereichte Projekte ausgepackt und von der Jury beurteilt. Das Protokoll der Sitzung lässt uns heute noch eine gewisse Enttäuschung der Jury spüren. So wurde sehr schnell und grob entschieden:

Als mangelhaft wurden von vornherein 9 Projekte ausgeschieden

=    nur noch 12 Projekte im Wettbewerb

Weil Darstellungen vom Rütli-Schwur und von Wilhelm Tell eher für Medaillen als für Münzen geeignet sind, wurden 3 weitere Projekte, die diese Motive zeigten, ausgeschieden.

=    nur noch 9 Projekte im Wettbewerb

Als mittelmässig oder technisch nicht ausführbar wurden 7 weitere Projekte ausgeschieden.

=    nur noch 2 Projekte im Wettbewerb

Nach dieser ersten Sortierung waren deshalb nur noch 2 Projekte übrig und als Wettbewerbsprojekte einigermassen geeignet.

Ein Wettbewerb «fast» ohne Gewinner

Von den zwei übrig gebliebenen Projekten wurde am Ende der Sitzung von der Jury einstimmig entschieden: «es sei kein 1. Platz zu vergeben». Kein Projekt war gut genug und keines vermochte die Jury zu überzeugen. Das Projekt von Fritz Landry, die erste Version des Goldvreneli, erhielt von der Fachjury deshalb den 2. Platz. Das Projekt von Herrn Karl Schwenzer erhielt den 3. Platz.

Projekt Nr. 11 – Schwenzer

Das eine von beiden geeigneten Projekten, das Projekt Nr. 11 vom Deutschen Medailleur Karl Schwenzer, ist uns nur durch eine kurze Beschreibung im Protokoll erhalten geblieben. Eine Abbildung davon konnten wir trotz unserer Recherchen leider nicht finden.

Vorderseite:
CONFOEDERATIO HELVETICA. Nach rechts sitzende Frau, die in der linken Hand ein eidgenössisches Wappenschild und in der rechten Hand eine Lanze hält.

Rückseite:
CONCORDIA VALIDA. Liktorenbündel, das die Worte 20 Francs trennt, umgeben von 22 Sternen und je einem Lorbeer- und Eichenzweig. Oben die Legende.

Portrait Karl Schwenzer, 1843-1904
Karl Schwenzer, 1843-1904
Landry, Entwurf Münzbild 1895, Avers
Landry, Entwurf Münzbild 1895, Revers

Projekt Nr. 7 – Landry

Das zweite von den beiden geeigneten Projekten, das Projekt Nr. 7 des Neuenburger Künstlers Fritz-Ulysse Landry, war die erste Version unseres Goldvreneli, wie es hier abgebildet ist.

Vorderseite:
HELVETIA. Büste eines jungen Mädchens mit wehendem Haar und nach oben gerichtetem Blick, vor einem Hintergrund mit Bergen.

Rückseite:
Schön geformter Wappenschild mit dem Wappen der Eidgenossenschaft, an dem ein Eichenzweig befestigt ist, auf beiden Seiten die Wertangabe, darunter der Jahrgang.

Die Kritiken der Fachjury zur ersten Version des Goldvreneli

Die Jury bemängelte zwei Elemente des ersten Entwurfs, die aus ihrer Sicht zwingend überarbeitet werden mussten:

Element 1
Das Portrait zeige eine viel zu junge Frau. Als Repräsentantin und allegorische Figur der Schweiz stelle man sich eine reifere Frau vor, die bereits eine Mutter wäre, keine Jungfrau.

Element 2
Die Bergkulisse sei zu dominant. Zugunsten der Frauenfigur müssten die Berge deshalb deutlich in den Hintergrund treten.

Landry, Entwurf Münzbild 1895, Avers

Auf Entscheid von Bundesrat Walter Hauser wurde Professor Landry am 21. Mai 1895 nachträglich doch der erste Platz und das Preisgeld von 1’000 Schweizer Franken zugesprochen. Somit rückte das Projekt von Herrn Schwenzer auf Platz 2 vor.

Portrait Léo-Paul Robert, 1851-1923
Léo-Paul Robert, 1851-1923
Dritter Akt
Ein zweiter Wettbewerb:
das Goldvreneli von Landry gegen das eigene Projekt der Jury

Weil die Fachjury mit den Ergebnissen des Wettbewerbs vom März 1895 nicht wirklich zufrieden war und kein Projekt überzeugen konnte, wurde noch am selben Tag die Forderung nach einem weiteren Wettbewerb laut. Man hoffte auf ein Münzbild, das die Schweiz überzeugender und besser repräsentieren sollte. Herr Landry wurde deshalb gebeten, seine erste Version des Goldvreneli anhand der Kritiken zu überarbeiten.

In Konkurrenz dazu gab die Jury ein eigenes Projekt an Léo-Paul Robert, Künstler und Mitglied der Jury, in Auftrag. Er sollte die Darstellung der sitzenden Helvetia überarbeiten, die Robert Dorer für eine der Münzproben des Jahrgangs 1873 gestaltet hatte, und dabei den Instruktionen der Jury folgen. 

Am 24. September 1895 fand die zweite Sitzung der Jury in Bern statt. Alle Jurymitglieder waren anwesend ausser Léo-Paul Robert, der nun vom berühmten Berner Künstler Albert Anker als Jurymitglied ersetzt wurde.

Das Münzbildprojekt der Jury von Léo-Paul Robert
Münzbild, Entwurf von Léo-Paul Robert
Münzbild von Léo-Paul Robert
Schweiz, 20 Franken Probe Dorer 1873, Avers
Münzbild von Robert Dorer (Vorlage)

Vorderseite: HELVETIA. Sitzende Helvetia mit Schwert und Schild nach links vor Bergkulisse.

Aus dem Sitzungsprotokoll lässt sich die grosse Enttäuschung der Experten ablesen, als sie «ihr Projekt», bearbeitet von Robert, zum ersten Mal zu Gesicht bekamen. Robert berücksichtigte die Wünsche der Jury nicht, sondern verfolgte seine eigenen Ideen. Trotz der künstlerischen Umsetzung, die vor allem Albert Anker begeisterte, war Roberts Münzbild für eine Prägung technisch nicht umsetzbar. Somit verblieb im Wettbewerb nur Landrys überarbeitetes Projekt.

Mit drei Stimmen gegen das Projekt (Bühler, Imhoof und Ladé), zwei dafür (Anker und Homberg) und einer Enthaltung (Wild) entschied die Jury, das Projekt von Léo-Paul Robert für die Schweizer Goldmünze nicht zu empfehlen.

Portrait Albert Anker, 1831-1910
Albert Anker, 1831-1910

Nur Albert Anker war von Roberts Arbeit wirklich begeistert, was er ausdrücklich in einer in Französisch geschriebenen Handnotiz auf dem Protokoll festhielt:

«Je mehr Zeit verstreicht, desto bedauerlicher finde ich es, dass wir Roberts Projekt nicht so akzeptiert haben, wie es war. Wir hätten heute eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Münze, die im Umlauf wäre».

Die Entstehung des Vreneli Motivs wie wir es heute kennen

Die Gelegenheit, ein zweites Mal am Wettbewerb teilzunehmen, vermochte Landry zu nutzen. Motiviert und allen Instruktionen und Kritiken der Jury folgend, verbesserte Landry seinen Entwurf. Das Münzbild des Vreneli, so wie wir es heute kennen, war geboren!

Im Unterschied zum ersten Entwurf, trug die Frau keine offenen Haare mehr. Obwohl Landry das Profil der Helvetia nicht veränderte, verliehen die nun zu einem Zopf geflochtenen Haare der jungen Frau ein reiferes Aussehen. Anstelle von Rhododendronblüten war ihr Kleid nun mit Edelweiss-Motiven geschmückt und die Bergkulisse etwas weniger dominant.

Münzbild, überarbeiteter Entwurf von Landry, Avers
Münzbild, überarbeiteter Entwurf von Landry, Revers
Ein klarer Sieg für Landry​

Unter der Bedingung, dass die Bergkulisse noch kleiner ausfallen müsse, beschloss die Jury einstimmig, sowohl die Vorderseite als auch die Rückseite von Landrys Entwurf für die 20 Franken Goldmünze zu empfehlen. So folgte am 14. November 1895 auf Beschluss des Bundesrats der Entscheid, den zweiten Entwurf von Landrys Helvetia für die 20 Franken Goldmünze definitiv zu verwenden. Als Ersatz für den problematischen Berner Leitsatz wurde ebenfalls entschieden, dass nun 22 Sterne, stellvertretend für die 22 Schweizer Kantone, die Randschrift der Münze bilden sollten.

Eigentlich sollte Landrys neuer Entwurf der Rückseite auch das 5-Franken-Stück zieren, doch dieser Entscheid wurde nie umgesetzt. Die Rückseite des Fünflibers blieb von 1888 bis 1916 unverändert.

Schweiz, Stirnlocken-Vreneli 1897, Avers
Vrenelis Stirnlocke gibt Anlass zu Reklamationen
Vierter Akt
Eine Stirnlocke erhitzt die Gemüter​

Ende Februar 1896 wurde zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Herrn Prof. Fritz-Ulysse Landry der Vertrag zur Anfertigung eines Originalstempels und eines ersten Gebrauchsstempels unterzeichnet. Der Termin für die Fertigstellung der Stempel wurde auf den 1. November 1896 festgelegt. Geplant war, mit den ersten Prägungen im Dezember zu beginnen, doch der Termin konnte nicht eingehalten werden. Erst Ende 1896 war es möglich, mit dem Probestempel 12 Exemplare der 20 Franken Goldmünze anzufertigen. Für die finale Entscheidungsfindung gelangten diese Probeexemplare zur Ansicht an die 7 Bundesräte, den Bundeskanzler, die beiden Vizekanzler und den Graveur. Das zwölfte Exemplar fand den Weg als Belegexemplar ins Eidgenössische Münzkabinett.

Nach Erhalt der Probeexemplare zur Ansicht, bemängelte ein besorgter Magistrat, wahrscheinlich Herr Bundesrat Hauser selbst, dass die Frisur resp. die Stirnlocken «dem Frauenzimmer ein frivoles Aussehen» geben. In einem Brief vom 8. Januar 1897 an Herrn Bundesrat Hauser, nimmt Landry dazu Stellung:

«Ich schicke Ihnen mit diesen Zeilen eine Schachtel mit der 20 Franken Münze, die mit dem Probestempel geprägt wurde, die Sie mir gegeben haben und an der ich eine Veränderung vorgenommen habe, indem ich die Locken von der Stirn entfernt habe, um zu sehen, ob die einfachere Silhouette des Kopfes künstlerisch mehr oder weniger glücklich wirkt».

«Ich muss gestehen, dass mir diese so besser gefällt und dass Ihre Kritik, Herr Bundesrat, in diesem Punkt vollkommen gerechtfertigt erscheint, so dass ich mich dazu durchringen kann, die gleiche Locke auf dem Stempel zu entfernen, sobald ich Ihre Antwort auf diese Zeilen erhalten habe».

Schweiz, 20 Franken Goldvreneli, Avers
Finales Münzbild mit entfernter Stirnlocke

Genau dieses bearbeitete Exemplar befindet sich heute in der Sammlung des Musée des Beaux-Arts in Neuenburg. Die Spuren der Entfernung der Stirnlocken sind darauf noch klar zu erkennen.

Dieser Vorfall wird ebenfalls im Auszug des bundesrätlichen Sitzungsprotokolls vom 12. Januar 1897 erwähnt:

«Nach Antrag des Finanzdepartements wird beschlossen, es sei Herr Professor Landry zu ermächtigen, seine Arbeiten abzuschliessen und die definitiven Stempel abzuliefern, unter dem Vorbehalt, dass auf denselben das rechts vom Kopfe hervortretende Stirnlöckchen beseitigt werde».

Letztlich wurde die Stirnlocke auf dem Stempel definitiv entfernt und ist auf den regulären Prägungen deshalb nicht mehr zu finden.

Münzbild, überarbeiteter Entwurf von Landry, Revers
das Schweizerkreuz wird genaustens vermessen
Fünfter Akt

Schweizer Präzision: Das Kreuz​

In einer Sitzung vom 3. März 1896 wurde vom Schweizerischen Bundesrat folgendes festgelegt:

«für das neue Münzbild die Wegleitung zu erteilen, die Verhältniszahl zwischen Länge und Breite des Eidg. Kreuzes wie 7:6 anzunehmen.»

Diese Entscheidung stützt sich auf den Bundesbeschluss vom 12. Dezember 1889, welches die Erscheinung des Eidgenössischen Wappens und dessen Grössenverhältnis klar regelt.

Die Schenkel sind um 0,116 mm zu kurz​

Nach der Kritik an der Stirnlocke und der geforderten Anpassung des Stempels wurde am 19. Januar 1897 der Direktor der Eidgenössischen Eichstätte, heute das Institut für Metrologie, vom Finanzdepartement kontaktiert. 

Er sollte prüfen, ob das Schweizerkreuz auf dem bereits angefertigten Stempel von Landrys Projekt der festgelegten 7:6 Regel entspricht. Leider fiel die Antwort negativ aus, denn im Bericht der Eichstätte ist zu lesen:

«Die Schenkel sollten demnach eine Länge von 2,141 mm haben.
Das Mittel aus den Schenkellängen beträgt aber nur 2,025 mm;
sie sind also zu kurz um 0,116 mm.»

Natürlich verlangte der Bundesrat umgehend eine entsprechende Anpassung des Stempels, doch Professor Landry ging das zu weit. In seinem Brief vom 21. Januar 1897 an den Bundesrat spürt man deutlich seinen Unmut. Nach einem so langen Prozess wegen 0,116 mm Abweichung einen neuen Stempel anzufertigen, war für den Künstler definitiv zu viel Schweizer Präzision! Die gewünschte Anpassung wurde letztendlich nicht umgesetzt.

Schlusswort des Künstlers
Schweiz, 20 Franken Goldvreneli, Avers

Mit folgendem Schlusswort von Landry an Herrn Bundesrat Hauser enden hier die fünf Akte der spannenden und teils mühevollen zweijährigen Entstehungsgeschichte des Goldvreneli. Es fasst auf eindrückliche Weise zusammen, welcher unvorstellbare Aufwand in einer Münze steckt.

Im Brief vom 24. Mai 1897 von Prof. Fritz-Ulysse Landry an den Bundesrat Walter Hauser ist zu lesen:

Schweiz, Stirnlocken-Vreneli 1897, Revers

„Nach dieser umfangreichen Arbeit, nach all den Sorgen und Enttäuschungen, die für jeden Künstler unvermeidlich sind, der mit Stahl arbeitet und sich im ständigen Kampf mit diesem Metall befindet, das Überraschungen aller Art bereithält, die man unmöglich vorhersehen kann, ist es für den Künstler süss, die Anerkennung für sein fertiges Werk zu erhalten und zu wissen, dass es trotz seiner Unvollkommenheiten eine Verbesserung des Münzbilds sein kann, das das Vaterland symbolisieren soll.“

Der Kosename 'Vreneli'

Herkunft & Verbindung

Recherchen & Texte
Dr. Jonas Emmanuel Flueck

Woher stammt der Name 'Vreneli'?

Die Herkunft des Namens «Vreneli» oder «Goldvreneli» ist seit Langem ein Rätsel. In der gesamten numismatischen Literatur sowie in allen Artikeln und Publikationen zu dieser Goldmünze wird stets behauptet, dass der Name «Vreneli» erst in der Zeit des Zweiten Weltkriegs verwendet wurde und erst 1943 zum ersten Mal in gedruckter Form auftaucht.

Mädchen beim stricken, Zeichnung
Viel früher in Gebrauch als vermutet​

Unsere Recherchen widersprechen dieser allgemeinen Behauptung. Die älteste gedruckte Publikation des Namens Vreneli, die wir finden konnten, datiert vom 19. März 1904, also fast 40 Jahre vor der bislang bekannten ersten gedruckten Version.

Der Eintrag von 1904 stammt aus der Chronik der Stadt Zürich Nr. 12, Seite 91, wo zu lesen ist:
«In der alten Münze wurde im Berichtsjahr wenig Gold (200’000 Zwanzigfrankenstücke, «Vreneli») […] geprägt».

Weitere interessante Beispiele​

Wir konnten weitere Beispiele des Kosenamens «Vreneli» ausfindig machen, die vor 1943 publiziert wurden:

1909: In der Zeitung «Grütlianer» vom 20. März 1909, erstes Blatt, Bundesbrief, Brief vom 18. März 1909 steht:
«Ist den Ratsherren Goldvreneli gesichert, dann finden sie sich bald in tiefem Gespräch in den Couloirs oder Vorzimmern oder anderswo».

1911: In der Zeitung «Grütlianer» vom 10. Oktober 1911, erstes Blatt, Sessions- und Amtsperiodenschluss heisst es weiter:
«[…] die Wolfsboten (Ratsherren) erschienen rasch des Morgens, um Ihre Anwesenheit zu bezeugen, die Sitzungsgelder in Form neuer Goldvreneli in Empfang zu nehmen, und dann möglichst rasch zu verduften».

1912: Im Protokoll der Sitzung des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank vom 4. Januar 1912 behandelt Traktandum 198:
«Es wird zu Protokoll davon Notiz genommen, dass in Zirkulationswege die Gravur der Medaillons mit dem «Vreneli-Kopf» genehmigt und damit das «Gut zum Druck» für die 20 Fr. Note definitiv erteilt worden ist».

Verbindung zu Guggisberg?

Die Frage zur Herkunft des Namens «Vreneli» wird in der numismatischen Fachliteratur allgemein so beantwortet: „Vreneli sei eine Verkleinerungsform des sehr verbreiteten, weiblichen Vornamens Verena. Und weil die dargestellte Helvetia so jung sei, handle es sich eher um ein Vreneli als um eine reife Landesmutter namens Verena.“

Aus unserer Sicht sollte der Name jedoch mit dem berühmten und alten Schweizer Volkslied «s’Vreneli ab em Guggisberg» oder Guggisbergerlied in Verbindung gebracht werden. Denn unsere Recherchen zeigen, dass es bis zum Ersten Weltkrieg, in der Zeit, als das Vreneli als Zahlungsmittel im Umlauf war, in der Schweiz kein Dorf- oder Volksfest gab, bei welchem dieses Lied nicht gespielt worden wäre. Zeitschriften von damals berichten in unzähligen Artikeln über die Beliebtheit dieses Liedes, das in jener Zeit bestimmt jedem Schweizer und jeder Schweizerin bekannt war.

«s'Vreneli ab em Guggisberg​»

Das Lied erzählt vom «Vreneli» aus Guggisberg, das sich nach seinem Liebsten «Simes Hans-Joggeli» sehnt und im Bild des sich unablässig drehenden Mühlrads Trost für seine ausharrende Liebe findet.

Werbeplakat Guggisberglied

In einem Artikel der Schweizerischen Numismatischen Rundschau von 1897 wurde die Darstellung der Helvetia wie folgt beschrieben:

«Das Mädchen scheint sich in einem Gemütszustand zu befinden, in dem Melancholie, Mystizismus, ein wenig Bewunderung und viel Erwartung mitschwingen: Erwartung von was oder wem? Das weiss niemand. […] die Erwartung des Mädchens hat etwas Irdischeres zum Gegenstand [wie zum Beispiel] ihren Verlobten, der von der anderen Seite des Berges kommen soll […]».

Es würde uns deshalb nicht verwundern, wenn die Menschen jener Zeit in der neuen Goldmünze schnell eine deutliche Ähnlichkeit zum beliebten und sehr populären Guggisbergerlied erkannten. Denn die Charakteristik von Landrys junger Helvetia vor alpiner Kulisse stimmt wunderbar mit der Geschichte und den Emotionen des «Vreneli ab em Guggisberg» überein.

Werbeplakat Helvetia Nähmaschinen
Landrys Muse & Modell

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde über die Identität von Landrys Muse ausgiebig debattiert. Vor allem die Söhne von zwei potenziellen Musen stritten sich über die prestigeträchtige Rolle ihrer Mütter und in zahlreichen Zeitschriften und Presseartikeln wurde darüber berichtet. In Frage kamen Françoise Kramer-Egli (1859-1946) aus Neuenburg und Rosa Kruck-Tännler (1879-1946) aus Gadmen im Oberhasli. Beide Damen kannten Landry persönlich.

Die jugendliche Ausstrahlung der Helvetia, die seit der ersten Version des Goldvreneli 1895 immer wieder kritisiert wurde, spricht eher für Frau Rosa Kruck-Tännler als Muse. Denn 1895 war Rosa erst 16-jährig, wohingegen Frau Kramer bereits 36 Jahre alt war. Zudem erwähnt Landry, er habe sich von «einem sehr puren Frauentyp aus dem Hasli» inspirieren lassen.

Da Landry sich aber nie persönlich über seine Muse äusserte, sind wir der Meinung, dass diese Frage unbeantwortet bleiben sollte. Sehr wahrscheinlich, und wie es bei Künstlern oft der Fall ist, stecken im Portrait des Vreneli die Seelen mehrerer Musen.

Goldvreneli-Produktion in zwei Phasen
Recherchen & Texte
Dr. Jonas Emmanuel Flueck

Ist das Goldvreneli die erste und einzige Goldmünze der Schweizer Eidgenossenschaft?

Schweizerische Nationalbank, Gebäudefront
Schweizerische Nationalbank in Bern

Das Goldvreneli wurde 1897 zum ersten Mal herausgegeben, knapp 50 Jahre nach der Gründung des modernen Schweizer Bundesstaates am 12. September 1848. Es ist zwar die bekannteste Goldmünze der Schweizer Eidgenossenschaft, doch nicht die erste und einzige.

Die erste goldene Bundesmünze wurde zwischen 1883 und 1896 produziert. In Fachkreisen ist sie als «Helvetia» bekannt. Ihre vergleichsweise kleine Gesamtauflage von 1’750’000 Exemplaren ist 30-mal kleiner als die Auflage des Goldvreneli und der Grund, warum wir einem solchen Exemplar viel seltener begegnen und weswegen die «Helvetia» weniger bekannt ist.

Das Goldvreneli als Kurantmünze von 1897-1935​

In den Jahren von 1897 bis 1935 dienten die produzierten Goldvreneli als Zahlungsmittel. In dieser Zeit wurde eine Auflage von 19’425’442 Exemplaren geprägt, was einem Drittel der gesamten Produktion entspricht. 1936 führt die Wirtschaftskrise zum Prägestopp.

Nach der Abwertung des französischen Francs infolge der Wirtschaftskrise von 1931 wurde mit einem Beschluss über ausserordentliche Massnahmen zur Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts im Bundeshaushalt am 27. September 1936 der Schweizer Franken um 30% abgewertet. Dadurch stieg der Goldwert des «Vreneli» über den Nominalwert von 20 Franken auf 28 Franken an. Obwohl das Goldvreneli nicht offiziell ausser Kurs gesetzt wurde, verschwand die Goldmünze aus dem täglichen Umlauf und die Prägung weiterer Exemplare wurde eingestellt.

Das Goldvreneli als offizielle Nachprägung in der Nachkriegszeit von 1945-1949​

Noch vor Ende des Zweiten Weltkrieges, ab Februar 1945, wurde die Prägung der Goldvreneli wieder aktiviert. Dieser Entscheid stützte sich auf zwei Hauptgründe:

  1. Das Kriegsende war absehbar und die Schweiz erwartete, dass eine grosse internationale Nachfrage nach Goldmünzen einsetzen würde. Man wollte dafür gerüstet sein.
  2. Während des Krieges häuften sich in der Schweizer Nationalbank enorme Goldbestände an, die man reduzieren wollte. Mit Hilfe der Produktion weiterer Goldvreneli sah die Eidgenossenschaft eine praktische und vorteilhafte Lösung, diese Goldbestände zügig reduzieren zu können.
Über 39 Millionen Exemplare wurden nachgeprägt

Zwischen Februar 1945 und April 1947 wurden 20 Franken Goldmünzen geprägt und absichtlich auf den Jahrgang 1935 rückdatiert. Weil es jedoch bereits Ausgaben des Jahrgangs 1935 gab, wurden die rückdatierten Nachprägungen mit dem zusätzlichen Buchstaben L für Lingot (französisch für Barren) neben dem Münzzeichen B für Bern gekennzeichnet.

Die Nachprägungen sollten nicht mehr als Zahlungsmittel dienen, sondern als Finanzinstrument und Anlagemünzen. Insgesamt wurden 39’208’813 LB Exemplare geprägt, mehr als doppelt so viele wie in den Jahren von 1897-1935.

Schweiz, 20 Franken 1935 LB, Gold, Revers
Nachprägung 1935 LB
Weshalb wurde die LB Serie rückdatiert?

Die offizielle Erklärung der Eidgenossenschaft lautete, dass diese Nachprägungen auf Basis der Münzgesetze hergestellt wurden, die vor dem Bundesbeschluss von 1936 und der folgenden Abwertung des Schweizer Frankens in Kraft waren.

Inoffiziell erklärte man sich die Umstände jedoch ganz anders. Nach Kriegsende wurde die Schweiz wegen ihrer Wirtschafts- und Finanzbeziehungen zu den Achsenmächten von den Alliierten heftig kritisiert. Um sich vor möglichen Spekulationen über die Herkunft des verwendeten Goldes zu schützen, entschieden sich die Behörden für die Rückdatierung auf 1935.

Mit dem Abschluss der Washingtoner Abkommen am 25. Mai 1946 und der vereinbarten Entschädigungszahlung von 250 Mio. Franken für den Wiederaufbau Europas verzichteten die Alliierten auf weitere Vorwürfe gegenüber der Schweiz.

AD LEGEM ANNI MCMXXXI - nach dem Gesetz von 1931

Somit erübrigte sich die Handhabung der Rückdatierung, weshalb der Bundesrat im März 1947 beschloss, die Nachprägungen von jetzt an mit den aktuellen und tatsächlichen Jahrgängen zu kennzeichnen. Auch die Randschrift wurde angepasst. Anstelle von 22 Sternen wurde nun die lateinische Legende AD LEGEM ANNI MCMXXXI (nach dem Gesetz von 1931) verwendet.

Die letzten Schweizer 20 Franken Goldvreneli wurden 1949 geprägt.

Häufig gestellte Fragen

Bei den allermeisten Jahrgängen bestimmt der aktuelle Gold-Tageskurs den Wert. Es gibt jedoch extrem seltene Ausnahmen wie das «Stirnlocken-Vreneli» (1897) oder das «Gondo-Vreneli» (1897) mit Auflagen von nur 12 bzw. 29 Stück, die auf unseren Auktionen Sammlerpreise von CHF 100’000 bis CHF 150’000 erzielen.

Ein echtes «Gondo-Vreneli» zeichnet sich durch eine kreuzförmige Kontermarke im Zentrum des Kreuzes auf der Rückseite sowie eine deutlich hellere, grünliche Goldfarbe aus, die durch die historische Beimischung von Silber aus der Walliser Goldmine entsteht.

Die Prägungen des Jahrgangs 1935 B (175’000 Stück) entstanden vor der Abwertung des Schweizer Frankens. Die Serie 1935 LB umfasst über 39 Millionen Stück und bezeichnet offizielle, nach dem Zweiten Weltkrieg geprägte Anlage-Nachprägungen, bei denen das «L» für Lingot (Barren) steht.

Ja, grobe Fehlprägungen wie verdrehte Prägungen (Achsendrehung), inkuse Zweifachprägungen oder Fremdkörper-Prägungen (z. B. durch Holzsplitter auf dem Schrötling) sind numismatische Raritäten. Sie können auf unseren Auktionen je nach Seltenheit zwischen CHF 500 und über CHF 1’500 einbringen.

Entscheidend sind der Jahrgang, die Erhaltung (Prägeglanz, Kratzer) und numismatische Besonderheiten wie Stempelvarianten oder Fehlprägungen. Während Banken meist nur das reine Goldgewicht bewerten, prüft unser Experte jedes Stück individuell auf historische Sammleraufschläge.

In der Regel leider nein. Banken bewerten das Goldvreneli nach dem Edelmetallkurs. Ein numismatischer Aufschlag für seltene Jahrgänge (wie 1904, 1905, 1906 und 1926) oder Spitzen-Erhaltungsgrade werden dabei nicht berücksichtigt. Ein Verkauf über ein Fachauktionshaus schützt Sie vor solchen Vermögensverlusten.

Nein. In der Schweiz sind Kursgewinne aus der Veräusserung von Goldmünzen und Anlagengold für Privatpersonen im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung grundsätzlich steuerfrei.

Beim Kauf von Goldvreneli zahlen Sie neben dem reinen Metallwert ein sogenanntes Agio (Aufgeld). Dieses deckt die Präge- und Logistikkosten, Handelsmargen sowie bei kleineren Nominalen wie dem 10 Franken Vreneli den erhöhten Seltenheitsaufschlag im Markt ab.

Ja, gemäss den schweizerischen Geldwäschereibestimmungen (GwG) sind Bartransaktionen im Edelmetallhandel im Sinne der Sorgfaltspflichten ab bestimmten Schwellenwerten (derzeit CHF 15’000) ausweispflichtig. Wir garantieren bei jeder Transaktion eine absolut gesetzeskonforme, sichere und diskrete Abwicklung.

Ja, eine Einsendung per Post oder Wertkurier zur fachlichen Ersteinschätzung ist aus der gesamten Schweiz möglich. Bitte beachten Sie jedoch, dass im Gegensatz zu unserer kostenlosen numismatischen Beratung und Schätzung sämtliche Transport-, Porto-, Kurier- und Logistikkosten sowie das Versandrisiko vollumfänglich zu Lasten des Kunden gehen. Wir empfehlen dringend, den Transport ausschliesslich über spezialisierte, ausreichend versicherte Wertkurierdienste abzuwickeln.

Bei einem Direktankauf von Anlagengold (wie Standard-Goldvreneli) erfolgt die Auszahlung per Banküberweisung innert 24 Stunden. Bei Einlieferungen in unsere numismatischen Auktionen erfolgt die transparente Auszahlung termingerecht gemäss unseren offiziellen Auktionsbedingungen nach der Versteigerung.

Verwendete Quellen

Fedel Lorenzo: Vreneli, in Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)

Fischbacher Daniel M.: Unser Goldvreneli. Praktisches und informatives Nachschlagewerk über die beliebteste Goldmünze der Schweiz. Aesch BL, Herbst 2007, 82 S.

Germann Raphael: Goldvreneli, Konflikt um das Modell der Münze. 2019, 22 S.

Offizielles Bulletin zum Goldvreneli der Swissmint

Rosen Josef: Vom Goldvreneli, in Schweizerische Kreditanstalt (SKA)-Bulletin, 82. Jahrgang. Juli 1976. Seite 34-37.

 

Schweizerisches Bundesarchiv