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The Lugdunum Auction 24 - Lot 017

Giovanni Pico della Mirandola

Um das Jahr 1485 in Florenz hergestellt, zeigt die Medaille das Portrait eines der bedeutendsten Humanisten der Renaissance: Giovanni Pico della Mirandola. Die Medaille ist das einzige zeitgenössische Original, welches den Lauf der Zeiten überdauerte.

Entdecken Sie, weshalb diese Medaille so aussergewöhnlich ist

Bewundern Sie die Medaille in Ihren Händen

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Niccolò Fiorentino (di Forzore Spinelli) (1430-1514), Medailleur
Giovanni Pico della Mirandola (1463-1494), Gelehrter, Philosoph & Humanist
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An einem kalten und windigen Wintertag wurde die Stadt Florenz, in deren Gassen zu dieser Jahreszeit das Leben normalerweise ruhig und still seinen Gang ging, von einem Trupp junger Menschen geweckt, die lärmend durch die Strassen zogen. Dicht gedrängt folgten sie einander und trugen dabei alle möglichen Gegenstände mit sich. Seit einigen Tagen klopften sie an alle Türen der Stadt und forderten die Bewohner auf, sämtliche Bücher und alle Luxus- und Kunstgegenstände bereitzustellen, so wie es der neue Herrscher der Stadt, der berüchtigte Dominikanermönch und Bussprediger Girolamo Savonarola, zuvor angeordnet hatte. Jetzt war es an der Zeit, diese Gegenstände auszuhändigen.

An jenem Karnevals-Dienstag, dem 7. Februar 1497, wurden die gesammelten Gegenstände, die als sündhaft und sittenwidrig galten, in einem riesigen Feuer auf der Piazza della Signoria inmitten der Stadt öffentlich vernichtet und verbrannt. Ein unheilvolles Ereignis, das als ‘Fegefeuer der Eitelkeiten’ in die Geschichte einging.
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Zeitgenössisches Original von grösster Seltenheit

Zu den Kunstgegenständen, die an diesem Tag hätten vernichtet werden sollen, hätte auch eine Medaille gehört, die all das verkörperte, was Savonarola hasste: eine herausragende Persönlichkeit mit unstillbarem Durst nach Wissen und einer innigen Hochachtung und Verehrung für die antiken Weisheitslehren.

Diese Medaille mit einem Durchmesser von 85,6 mm und einem Gewicht von 338 gr., von der hier die Rede ist, wird dem Florentiner Medailleur Niccolo Fiorentino zugeschrieben und wurde um 1485 in Florenz hergestellt. Sie erinnert an einen der bedeutendsten Humanisten der Renaissance: Giovanni Pico della Mirandola. Sie ist von grösster Seltenheit, da sie das einzige zeitgenössische Original ist, welches den Lauf der Zeiten überdauerte.
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Medaille von Niccolò Fiorentino (di Forzore Spinelli). Bronze 85,6 mm; 338 g.
Die Vorderseite zeigt die Büste von Giovanni Pico della Mirandola, mit langem Haar und verzierter Rüstung nach rechts. Auf der Rückseite sind die drei, aus der griechischen Mythologie bekannten, Grazien Euphrosyne, Thalia und Aglaia dargestellt.

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Pico: Gelehrter, Philosoph & Humanist

Den 1463 in Mirandola geborene Pico bezeichneten seinen Zeitgenossen als den klügsten Mann der Welt. Als diese Medaille hergestellt wurde, hatte Pico soeben mit der Abfassung seiner 900 Thesen begonnen. Diese Thesen fassten seine Ansichten zu allen bekannten Lehren und philosophischen Erkenntnissen der westlichen und östlichen Kulturen zusammen und sollten die Grundlage für einen grossen Gelehrtenkongress bilden, bei dem er über jede seiner Thesen persönlich argumentieren wollte. Doch Papst Innozenz VIII. verhinderte die Austragung dieses Kongresses und verurteilte schliesslich Picos Thesen scharf. Diese Handlungen mündeten in Pico’s Exkommunikation, der Zerstörung aller Exemplare seines Buches und seiner Ansiedlung in Florenz unter dem Schutz der Familie Medici. Doch Pico blieb eine faszinierendere Figur. Sein früher Tod am 17. November 1494, im Alter von nur 31 Jahren, ebenso wie die jüngsten gerichtsmedizinischen Analysen seines exhumierten Leichnams, welche ergaben, dass er mit Arsen vergiftet wurde, festigen diese Faszination.

Die Ikonographie der drei Grazien erscheint hier zum ersten Mal seit der Antike auf einer Medaille und wird in den folgenden Jahrhunderten grossen Erfolg haben. Die Darstellung wurde von einer antiken Statuen-Gruppe inspiriert, die in Rom gegen Mitte des XV. Jahrhunderts gefunden wurde. Sie kann noch heute in der Piccolomini-Bibliothek im Dom von Siena bewundert werden, wo sie als Symbol für die wiedergewonnene Schönheit der Antike im Herzen des Christentums steht.

Die Legende AMOR – VOLUPTAS – PULCHRITUDO ist zwar von der Antike inspiriert, bezieht sich aber auf die philosophischen Werke eines anderen bedeutenden Humanisten jener Zeit: Marsilio Ficino (1433-1499), ein Priester und Lehrer von Pico della Mirandola, welcher in Florenz tätig war und dort im Sinne Platons seine Florentiner Akademie gründete.

Diese aussergewöhnliche Medaille kann als ein zeitgeschichtliches, in Bronze gegossenes Echo der Renaissance betrachtet werden, das uns modernen Menschen die wichtigsten Werte des Humanismus, nämlich Schönheit und Weisheit, vor Augen führt.

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Diese seltene, zeitgenössische Gussmedaille ist Teil einer beeindruckenden Sammlung hochwertiger Renaissance-Medaillen, die in der kommenden Lugdunum Auktion 24, die am Donnerstag, 12. Dezember 2024 in Solothurn stattfinden wird, zum Verkauf angeboten werden.