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The Lugdunum Auction 24 - Lot 001

Antonio Pisano, genannt Pisanello

Vor fast 600 Jahren entstand in der staubigen und dunklen Werkstatt eines brillanten italienischen Malers ein Werk, welches die Geschichte der Kunst für Jahrhunderte prägen sollte.
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Bewundern Sie die Medaille in Ihren Händen


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Antonio Pisano, genannt Pisanello (1380/1395 – 1450/1455)
Johannes VIII. Palaiologos, byzantinischer Kaiser, besucht im Jahr 1438/1439 das Unionskonzil der römisch-katholischen Kirche in Ferrara/Florenz, Italien
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In der ruhigen und rauchigen Atmosphäre einer Werkstatt voller Gemälde und Entwürfe, im sanften und tanzenden Licht glühender Asche, hielten alle den Atem an, als der Meister sich über etwas beugte, das auf den ersten Blick wie ein kleiner Sandsteinblock aussah. Was mochte das für ein Gegenstand sein, der nach allem Möglichen aussah, nur nicht nach einem Gemälde, für jene der Maler so berühmt war?

Als der Meister vorsichtig den überschüssigen warmen Sand abwischte, wie es ein Archäologe tun würde, um die Schätze der Vergangenheit freizulegen, begann ein goldener Glanz den Raum zu erhellen und den Künstler zu blenden. Ein grosser, runder Metallklumpen kam zum Vorschein, und jeder weitere, zarte Wisch enthüllte mehr Einzelheiten seiner Oberfläche und seines Reliefs.
Es erschienen die Konturen eines schönen Gesichts, die einen bärtigen Mann mit lockigem Haar zeigten. Dann die geometrischen Linien eines aussergewöhnlichen Hutes, den ausser dem Künstler selbst bisher noch niemand gesehen haben dürfte. Schliesslich erschienen auf der äusseren Linie der runden Metallscheibe, als fast perfekter Kreis, grosse griechische Buchstaben, die eine Inschrift bildeten, ähnlich jenen, die auf zahlreichen kürzlich entdeckten Münzen aus der Antike eingraviert wurden. Entworfen im Geiste und gefertigt durch die geschickten Hände eines brillanten Malers Antonio di Puccio Pisano, besser bekannt als Pisanello (1380/1395 – 1450/1455), entstand die allererste Renaissance-Medaille. Seit der fernen Antike erschien zum ersten Mal wieder ein realistisches Porträt auf einer Medaille.
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Die Vorderseite zeigt das Porträt des Kaisers nach rechts, mit gepflegtem Bart und Schnurrbart, lockigem Haar, einem Hut mit hoher Krone und grosser, nach oben gebogener Krempe, die vorne spitz zuläuft, sowie einer Weste und einem Mantel mit fallendem Kragen. Die griechische Legende stellt ihn als den König und Kaiser der Römer vor. Die Rückseite zeigt eine bezaubernde Szene: vor einem lateinischen Kreuz inmitten einer Berglandschaft verweilt der Kaiser hoch zu Ross vertieft in einem Gebet. Er trägt Bogen und Köcher, welche auf die Leidenschaft des Kaisers für die Jagd verweisen, und ist in Begleitung eines berittenen Mönchs.

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Zum Gedenken an ein bedeutendes Ereignis

Gegossen in Bronze, mit einem Durchmesser von 104 mm und einem Gewicht von 300 g, ist es eine beeindruckende Medaille. Sie erinnert an den Besuch des byzantinischen Kaisers Johannes VIII. Palaiologos am Konzil in Ferrara/Florenz im Jahr 1438/1439. Zu diesem Zeitpunkt stand das byzantinische Reich am Rande des Zusammenbruchs und umfasste nahezu nur noch das Gebiet der Kaiserstadt Konstantinopel. Johannes VIII. ersuchte um Unterstützung des Westens in seinem Kampf gegen die Osmanen. Zu diesem Zweck wollte er persönlich am Konzil von Ferrara-Florenz teilnehmen, dessen Ziel es war, im Gegenzug für die Wiedervereinigung der orthodoxen Ostkirche mit den westlichen Katholiken, militärische Unterstützung gegen die Bedroher auszuhandeln.

Des Kaisers Besuch war von Erfolg gekrönt und führte dazu, dass Papst Eugen IV. am 6. Juli 1439 die Bulla Unionis Graecorum erliess. Diese päpstliche Urkunde beendete vorläufig das Ost-West-Schisma und ebnete den Weg für einen westlichen Kreuzzug gegen die Osmanen zu Land und zu Wasser. Dieser westliche Kreuzzug, der am 1. Januar 1443 ausgerufen wurde, scheiterte jedoch und fand nie statt. Der fehlende Widerstand ermöglichte es zehn Jahre später Sultan Mehmed II. Konstantinopel zu erobern (29. Mai 1453) und führte letztendlich zum Untergang des byzantinischen Reiches.
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Aussergewöhnlich

Die politischen und religiösen Hintergründe ihrer Entstehung tragen nebst dem grossen künstlerischen Wert und der Seltenheit zur aussergewöhnlichen Bedeutung dieser Medaille bei. Sie markiert sowohl den Beginn der reichhaltigen Schöpfung von Renaissance-Medaillen, welche die europäische Medaillenkunst revolutionierten, als auch in gewisser Weise das Ende des über 1000 Jahre alten byzantinischen Reiches.

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Diese seltene, zeitgenössische Gussmedaille ist Teil einer beeindruckenden Sammlung hochwertiger Medaillen, die in der kommenden Lugdunum Auktion 24, die am Donnerstag, 12. Dezember 2024 in Solothurn stattfinden wird, zum Verkauf angeboten werden.